Frostschaden


Frostschaden
Frọst|scha|den 〈m. 4uBeschädigung durch Frost (von Pflanzen, Straßen u. a.)

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Frọst|scha|den, der:
durch Frost (1) verursachter Schaden:
Frostschäden an Pflanzen, Straßen.

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Frostschäden,
 
1) Biologie: durch Einwirkung von Frost verursachte Schädigungen (u. a. Störungen des Stoffwechselgleichgewichts, Eisbildung im Gewebe) bei Pflanzen und Tieren.
 
Bei Pflanzen ist die Empfindlichkeit der Arten und Sorten sehr unterschiedlich, sie wird wesentlich beeinflusst durch Standort und Ernährungszustand. Jahreszeit, Dauer und Stärke des Frostes sowie der physiologische Zustand des Pflanzengewebes sind weitere wichtige Faktoren. Im Zustand der Winterruhe treten Frostschäden (meist Frostrisse) nur bei sehr tiefen Temperaturen auf; während des Austreibens oder Blühens reagiert das Gewebe bereits im Gefrierpunktbereich, indem es erweicht und fault. Gefürchtet sind Frostschäden in Obst- und Rebanlagen durch »Spätfrost«, wenn sich im Frühjahr Hochdrucklagen ausprägen (Strahlungsfrost) oder arktische Kaltluft einströmt (Strömungsfrost). Symptome an Bäumen sind neben Frostrissen Überwallungswülste (Frostleisten) oder eingesunkene Rindenpartien (Frostplatten), an Zweigen herabhängende Rindengewebe (Frostlappen), Auftreibungen (Frostbeulen), erfrorene Zweigspitzen (Spitzenbrand). Krautige Pflanzen vergilben, werden schlaff, wässrig durchscheinend und vertrocknen; an Blättern bilden sich Frostblasen, das Laub fällt vorzeitig ab (Frostschütten); an Wintersaaten werden die Spitzen weiß, an Blüten Griffel und Fruchtknoten schwarz; an jungen Früchten bilden sich Frostgürtel. Indirekte Frostschäden sind u. a. Vertrocknen der jungen Saaten durch Abreißen der Wurzeln nach wechselndem Gefrieren und Auftauen des dabei sich hebenden und senkenden Bodens, Eindringen von parasitären Pilzen durch Frostrisse.
 
Frostschutzmaßnahmen sind das Frosträuchern (Verhinderung der Wärmeausstrahlung durch Erzeugen von Rauch) oder die direkte Beheizung der Kulturen. Am wirksamsten ist die Frostschutzberegnung vor Einsetzen des Frostes, damit bei Eisbildung die frei werdende Erstarrungswärme die Pflanzen schützt.
 
Bei Tieren werden subletale Frostschäden bei überwinternden Insektenlarven und -puppen beobachtet. Die so geschädigten Tiere können in der Regel die Metamorphose nicht beenden. Bei adulten Insekten tritt nach der Zellzerstörung durch Frost und der dadurch bedingten Freisetzung von Melaninen braune Hämolymphe aus; der Tod tritt nach wenigen Tagen ein.
 
 
W. Larcher u. H. Häckel: Meteorolog. Pflanzenpathologie (71985).
 
 2) Grund- und Erdbau: aufgrund der Volumenvergrößerung feinkörniger Böden mit hoher Kapillarität (Frostboden) durch Gefrieren des Porenwassers sowie durch Bildung und Anwachsen unregelmäßig verteilter, reiner Eislinsen entstandene Schäden. Diese treten an Bauwerken (z. B. Straßen) auf derartigen Böden infolge unterschiedlicher Bodenhebungen z. B. in Form von Rissen, Wellen, Beulen auf, aber auch als »Schlaglöcher«, da die Eislinsen nach dem Auftauen mit Wasser gefüllte Hohlräume hinterlassen, die bei Verkehrsbelastung zu einer Bodensenkung führen.

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Frọst|scha|den, der: durch ↑Frost (1) verursachter Schaden: Frostschäden an Pflanzen, Straßen.

Universal-Lexikon. 2012.

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